Website-Relaunch mit Kunden kommunizieren

Ein Relaunch scheitert selten technisch – häufiger an unklarer Kommunikation mit dem Kunden über Zeitplan, Umfang und Freigaben.

Kurz gesagt

Ein Relaunch braucht drei kommunizierte Fixpunkte: einen Zeitplan mit benannten Phasen, eine klare Regel, wie und wo Feedback gegeben wird, und einen definierten Zeitpunkt für die finale Freigabe vor dem Livegang. Ohne diese drei Punkte entstehen Verzögerungen fast immer aus Missverständnissen, nicht aus Umsetzungsproblemen.

Warum Relaunches häufiger an Kommunikation als an Technik scheitern

Die technische Migration ist planbar. Unklar bleibt oft, wer wann was sieht, wer freigeben darf und was passiert, wenn Feedback nach der Frist eintrifft. Genau diese Lücken erzeugen Verzögerungen.

Den Zeitplan mit Phasen statt nur einem Datum kommunizieren

Ein einzelnes Launch-Datum ohne Zwischenschritte lässt Raum für Missverständnisse. Kommuniziere stattdessen benannte Phasen:

  • Entwurfsphase mit Review-Fenster
  • Entwicklungsphase mit Staging-Freigabe
  • Migrationsphase (Inhalte, Weiterleitungen)
  • Launch-Fenster mit definierter Uhrzeit
  • Nachbetreuungsphase (erste 1–2 Wochen)

Feedback-Kanal vor dem Relaunch festlegen

Kläre vorab, wo Feedback zur neuen Seite gesammelt wird – auf der Staging-Umgebung, direkt am Element, nicht verteilt auf E-Mail und Telefonate.

Weiterleitungen und SEO offen ansprechen

Kunden fragen selten aktiv nach Weiterleitungen alter URLs, sind aber besorgt, wenn nach dem Launch Rankings einbrechen. Kommuniziere proaktiv, dass eine 301-Weiterleitungsstrategie Teil des Projekts ist.

Erwartungen an kurzfristige Sichtbarkeitsschwankungen setzen

Nach einem Relaunch schwanken Suchmaschinen-Rankings häufig kurzzeitig, auch bei sauberer technischer Umsetzung. Wer das vorher erklärt, verhindert Panik in der ersten Woche nach dem Launch.

Die finale Freigabe explizit einfordern

Lege ein Datum für die letzte Freigabe vor dem Livegang fest und formuliere es aktiv: „Ohne Rückmeldung bis [Datum] gilt die geprüfte Version als freigegeben.“

Interne Teams über den Launch-Zeitpunkt informieren

Vertrieb, Support und Marketing sollten den Launch-Zeitpunkt kennen, bevor er passiert, damit Anfragen zur „alten“ oder „neuen“ Seite nicht ins Leere laufen.

Rollback-Plan kommunizieren, nicht verschweigen

Ein kurzer Hinweis, dass im Problemfall auf die alte Version zurückgeschaltet werden kann, nimmt dem Kunden Anspannung vor dem Livegang.

Checkliste für die Relaunch-Kommunikation

Vor dem Launch-Termin sollte geklärt sein:

  • Alle Phasen und Termine sind schriftlich kommuniziert
  • Der Feedback-Kanal für die Staging-Phase ist allen bekannt
  • Weiterleitungen sind erstellt und getestet
  • Ein Termin für die finale Freigabe ist gesetzt
  • Interne Teams (Support, Vertrieb) sind informiert

Nach dem Launch: kurze Nachricht statt Funkstille

Eine kurze Bestätigung nach dem Livegang („Die neue Website ist seit [Uhrzeit] live, wir beobachten die ersten Stunden aktiv“) schafft mehr Vertrauen als Schweigen.

Rollen klären: Wer kommuniziert mit wem?

Ein Relaunch betrifft meist mehr Personen auf Kundenseite als das eigentliche Projektteam. Lege fest, wer die Hauptansprechperson für Zeitplan-Fragen ist, wer inhaltliches Feedback bündelt und wer die finale Freigabe erteilt. Ohne diese Klarheit landen Rückfragen bei zufälligen Teammitgliedern, die nicht antworten können, was den gefühlten Fortschritt verlangsamt, obwohl das Projekt technisch im Zeitplan liegt.

Wie man den Erfolg der Relaunch-Kommunikation misst

Zwei einfache Indikatoren zeigen, ob die Kommunikation funktioniert hat: Trifft die finale Freigabe zum geplanten Termin ein, und bleiben Rückfragen nach dem Launch auf technische statt organisatorische Themen beschränkt? Häufen sich stattdessen Fragen wie „Wusste ich nicht, dass das heute passiert“, war ein Kommunikationspunkt aus der Checkliste unklar formuliert oder zu spät verschickt.

Häufige Fragen

Wann sollte man den Relaunch-Termin kommunizieren?

Sobald der Zeitplan mit allen Phasen feststeht, idealerweise mehrere Wochen im Voraus.

Wie geht man mit spätem Feedback kurz vor dem Launch um?

Kennzeichne es klar als Post-Launch-Punkt, statt den Termin deswegen zu verschieben.

Sollte der Kunde die Staging-Umgebung sehen dürfen?

Ja, mit Zugriffsschutz – Transparenz während der Bauphase reduziert Überraschungen beim Launch.

Wie geht man mit Rankingverlusten nach dem Relaunch um, wenn sie eintreten?

Prüfe zuerst die Weiterleitungen, informiere den Kunden proaktiv über den Status und den erwarteten Zeitrahmen zur Erholung.

Wer sollte die finale Freigabe erteilen?

Eine benannte Person mit Entscheidungsbefugnis auf Kundenseite, schriftlich dokumentiert.

Wie kündigt man den Relaunch gegenüber den Endnutzern der Website an?

Meist reicht ein kurzer Hinweis über bestehende Kanäle (Newsletter, Social Media), abhängig davon, wie stark sich Struktur oder URLs ändern.

Was tun, wenn der Launch-Termin verschoben werden muss?

Frühzeitig und mit konkretem neuem Termin kommunizieren, statt den ursprünglichen Termin kommentarlos verstreichen zu lassen.

Schluss mit Feedback-Chaos in E-Mails

Snippet einbauen, Link teilen, Feedback direkt auf der Website sammeln – in unter 5 Minuten startklar.